Re/Präsentationen

Das Sondermodell Österreich und die Islamische Glaubensgemeinschaft (IGGiÖ)

ASSA Journal 4/2008, ISSN 1815-3704

Maja Sticker

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Abstract

Im Zusammenhang mit dem Islam wird in Österreich häufig von einem “Sondermodell” gesprochen. Dies bezieht sich auf die frühe Anerkennung der Religion (1912), aber auch auf die Existenz einer Religionsgemeinschaft, der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ). Die politische und gesellschaftliche Bedeutung der IGGiÖ wirft Fragen nach der Schaffung von Gemeinschaft, dem Verhältnis von Staat und Religion sowie dem Umgang Österreichs mit einer anerkannten religiösen Minderheit auf. Anhand eines Fallbeispieles aus dem öffentlichen Diskurs werden Prozesse der Grenzziehung und des Einschlusses (von Menschen und Gruppen) sowohl innerhalb der IGGiÖ als auch auf gesellschaftspolitischer Ebene aufgezeigt. Theoretisch werden dabei zwei Ebenen der Repräsentation – in diesem Fall der Repräsentation einer religiösen Gruppe – untersucht: die der Darstellung und die der Vertretung.

Keywords: Islam, Österreich, Repräsentation, Öffentlichkeit, Staat

English abstract

Austria is often presented as “role model” with regards to Islam. This is due to the early recognition of this religion (1912), but also to the existence of an official religious community, the so-called Islamic Religious Community in Austria (IRCA). The socio-political relevance of the IRCA raises questions about the production of community and the relationship of state and religion. By means of a case study from the public discourse, this article tries to analyse the boundary drawing and the inclusion (of people and groups of people) within the IRCA as well as on a sociopolitical level. Theoretically, two aspects of representation of a religious group will be examined.

Keywords: Islam, Austria, representation, public, state

Zu zitieren als

Sticker, Maja 2008: Re/Präsentationen: Das Sondermodell Österreich und die Islamische Glaubensgemeinschaft (IGGiÖ). In: Austrian Studies in Social Anthropology, Journal 4/2008, 19p. URL: [AUS DER BROWSERZEILE ÜBERNEHMEN]. Zugriff: TT.MM.JJJJ.

Lebenslauf

Maja Sticker, Mag.phil., Studium der Kultur- und Sozialanthropologie in Wien und Utrecht mit den Schwerpunkten Gender Studies, Migrationsforschung, Ethnizität. Nach Abschluss des Studiums AMS AkademikerInnentraining im NODE-Forschungsprojekt “Multikulturalismus im Widerstreit: Geschlechteregalität, kulturelle Diversität und Sexuelle Autonomie in der EU”. Seit Februar 2007 Mitarbeiterin im Forschungsprojekt “Governing Difference” am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien mit dem Schwerpunkt Slowenien. Im September 2008 ist ihre Diplomarbeit im Drava Verlag als Buch erschienen: “Sondermodell Österreich? Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich”.

Maja Sticker studied Cultural and Social Anthropology in Vienna and Utrecht. Focus on gender studies, ethnicity and migration studies. Participation in context of the “AkademikerInnentraining”-programme of the Public Employment Service Austria (AMS) at the research project “Contesting Multiculturalism: Gender Equality, Cultural Diversity and Sexual Autonomy in the EU”. Since February 2007 junior researcher in the project “Governing Difference” (Dept. of Political Sciences, University of Vienna), working on Slovenia. Her thesis was published in September 2008 (“Sondermodell Österreich? Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich”, Drava Verlag).

Kontakt (2008): maja.sticker@univie.ac.at